"8 Tage: Slowenien und Kärnten für anspruchsvolle Tourer" stand im 2013er Prospekt des Motorradreiseveranstalters Reisen & Erleben aus St. Wendel.
Es war mein 2. Einsatz als Tour-Guide und nach der Rumänien-Tour freute ich mich, auch meine 2. Tour mit Bernd als Chef-Guide zu fahren.
Komplettiert wurde das R&E-Team von Wolfgang als weiteren Tour-Guide und Günter als Fahrer des Gepäcktransporters.
Insgesamt bestand die Gruppe aus 35 Teilnehmern mit 30 Motorrädern.
Am 30.06. war Start und am 07.07.2013 die Heimreise.
Für mich war der 07.07. allerdings eine Haim(ing)-Reise zu unserer seit 2001 alljährlichen Raft-, Klettersteig- und Fun-Woche auf der Rafting-Alm in Haiming im Inntal.
Pünktlich um 06.45 h bestieg ich meine Gordita und startete in Schweich zur ersten Etappe - zunächst nach St. Wendel zum Headquarter von Reisen & Erleben.
Gemeinsam mit unserem Chef-Guide Bernd ging es dann in bewährter Weise weiter - in Abwandlung des Kernsatzes des Silvesterklassikers "Dinner for one": same procedure as last tour!
Bernd vorneweg und ich als Backlight am Ende des Trosses. Na ja, von einem Tross konnten wir zuächst noch nicht sprechen. In Hinterweidenthal an der B10 kamen einige Teilnehmer hinzu und erst ab dem weiteren Haltepunkt Raststätte Sindelfinger Wald an der A8 war es ein Tross - zumindest ein kleiner.
Eine ganze Reihe von Teilnehmern fuhren individuell gleich das 1. Zwischenübernachtungs-Hotel "Hotel Post" in Rohrdorf an.
Der erste Tag war wieder "Transitstrecke" mit hohem Autobahnanteil und von daher ziemlich unspektakulär. An der Raststätte Dasing machten wir einen Tankstop und während die Meute beim direkt neben der Autobahn gelegenen und empfehlenswerten Bauernmarkt Dasing eine Pause einlegte, wechselten wir kurzerhand an einem Mopped den Kupplungszug. Der war nämlich ganz schön gerissen - er verabschiedete sich "just in time" bei der Abfahrt von der Autobahn.
Nach der Weiterfahrt mussten wir uns noch durch einen Mega-Stau kämpfen. Aber selbst die Motorräder im vollen Ornat - also mit Koffern und somit breit - schafften es problemlos zwischen den Autos hindurch. Als Verursacher des Staus konnten wir nach etlichen Kilometern ein noch rauchendes aber mittlerweile ausgebranntes Autowrack ausmachen. Sobald wir dieses passiert hatten ging es zügig und ohne weitere Zwischenfälle zu unserem Hotel zur Post in Rohrdorf. Bereits gegen 16.30 h hatten wir die erste Tagesetappe geschafft.
Mit Elisabeth + Rudolf, Heike, Marlis + John, Monika + Gerald, Andreas, Günter, Josef und mir waren wir 11 Personen auf 9 Motorrädern in der grünen Gruppe. Nach einem stärkenden Frühstück sorgten wir zunächst dafür, dass auch unsere Motorräder was in den Bauch bekamen - nämlich Sprit in den Tank. Rudolf erhielt als Backlight die gelbe Weste und schon ging es los. Nach der gestrigen Fahrt über die Autobahn war es eine Wohltat der kurvigen Strecke über Sankt Johann in Tirol und Kitzbühel nach Mittersill zu folgen. Dort kamen wir zur Mittagszeit an. Leider sollte die weitere Fahrt über die B168 nach Bruck nicht mehr so viel Spass machen - eine Baustelle sorgte für einen ordentlichen Stau und mit einer ganzen Gruppe am Stau vorbei zu fahren ist etwas ganz anderes, als wenn man alleine unterwegs ist. Aber letztendlich haben wir auch diese Herausforderung geschafft.
Als ein Highlight wartete nun die Großglockner-Hochalpenstrasse auf uns und nach der Mautstation war freies Fahren angesagt. Jeder konnte also in seinem persönlichen Wohlfühltempo den Pass bezwingen. Für mich war es für das Jahr bereits die 2. Fahrt über die Hohe Tauern. Vor ein paar Wochen bin ich direkt von der Rumänien-Tour über den Großglockner zur Moselbikers-Alpenwoche nach Jerzens gefahren. Bei teils blauem Himmel und Sonnenschein war auch heute noch genug Schnee neben der Straße.
Heiligenblut hatten wir als Treffpunkt ausgemacht und bis dorthin konnte jeder individuell sein Programm abspulen. Da ich ja erst vor ein paar Wochen an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ein paar Murmeltiere in freier Natur beobachten konnte, verzichtete ich dieses Mal auf den Abstecher und wartete in Heiligenblut bei Kaffee und Kuchen auf meine Gruppe. Einige meiner Gruppe ließen sich die Edelweißspitze, mit 2.571 m höchster Punkt der Strecke, sowie die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe natürlich nicht entgehen.
In der Gruppe ging es dann weiter über Lienz und vom Drautal über den Gailbergsattel ins Gailtal. Vorbei am Presseggersee erreichten wir schon bald Arnoldstein und den Wurzenpass. Bis 1991 war die Überquerung der Karawanken über den Wurzenpass einer der wichtigsten Grenzübergänge nach Slowenien. Seit der Eröffnung des Karawankentunnels hat die kurvenreiche Passstraße mit bis zu 18 % Steigung allerdings hauptsächlich touristische Bedeutung - und das merkt man auch am Straßenbelag, der eher einer Stoßdämpfer-Test-Strecke gerecht wird. Auch hier gönnte ich meiner Gruppe wieder "freies Fahren" den Pass hoch bis unmittelbar hinter den Grenzübergang. Das Schengener Abkommen erleichtert die Grenzübertritte in Europa doch erheblich: Es interessierte auch hier nicht, dass wir die Grenze von Österreich zu Slowenien überschritten. Vor fast 30 Jahren sah das noch viel anders aus - 1985 stand ich an gleicher Stelle mit meinem Motorrad fast 1 Stunde im Grenz-Stau und sowohl das Motorrad als auch ich wurden genauestens überprüft.
Die restlichen ca. 10 km von der Grenze bis nach Kranjska Gora fuhren wir wieder in der Gruppe und gegen 18.30 h kamen wir im Hotel Lek an.
Günter wartete schon mit dem Gepäck denn selbstverständlich konnten die Teilnehmer auch bei dieser Tour den kostenlosen Gepäcktransport-Service von Reisen & Erleben in Anspruch nehmen - gegen überladene Motorräder und für mehr Fahrgenuss!
Heute stand eine Tagestour durch den Triglav Nationalpark Julische Alpen nach Nova Gorica und von dort über Idrija und Bled zurück zum Basishotel in Kranjska Gora auf dem Programm.
Elisabeth und Rudolf wollten vor Ort in Slowenien auf eigene Faust unterwegs sein. Bei Reisen & Erleben ist es überhaupt kein Problem, sich aus der Gruppe abzumelden und nach eigenem Gusto einen Tag oder auch die ganze Tour zu gestalten.
Verstärkt wurden wir von Günter, der ja bereits am Vortag seine Arbeit mit dem Gepäck verrichtet hatte und auch ein wenig die Landschaft auf 2 Rädern genießen wollte.
Direkt vom Hotel Lek aus führte uns die 206 über den Vršič-Pass, den mit 1.611 m höchsten Gebirgspass Sloweniens. In den Haarnadelkurven ist vor allem bei Nässe Vorsicht geboten - zum Teil wechselt dort der Straßenbelag von Asphalt in Kopfsteinpflaster.
Viele Passstrassen wurden als Militärstrassen gebaut. Diese hier während des ersten Weltkrieges von russischen Kriegsgefangenen. Im März 1916 kamen über 400 von ihnen bei einem Lawinenabgang ums Leben. Auf der Nordseite des Passes erinnert noch heute die orthodoxe Ruska Kapelica (Russenkapelle) an die Opfer.
Bei strahlendem Sonnenschein konnte jeder aus meiner Gruppe in seinem persönlichen Tempo den Vršič-Pass erklimmen - direkt vom Hotel aus war wieder "freies Fahren" angesagt.
Hinter dem Pass sammelten wir uns wieder und im "Gruppenverbund" ging es weiter.
Entlang der wild-romantischen Soca wedelten wir auf der kurvigen 203 nach Kobarid. Und jetzt wird es höchste Zeit für ein Kompliment an Ohli. Ohli ist bei Reisen & Erleben für die Tourplanung verantwortlich. Und hier hat er mal wieder einen erstklassigen Job gemacht - die Strecke, die er ausgesucht hatte, war allererste Sahne! Anstatt rechts von der Soca zu bleiben schickte er uns links der Soca über kleine Single-Track-Roads bis nach Most Na Soci.
In Nova Gorica verließen wir dann das Tal der Soca und schon bald schlängelten wir uns auf schmalen Sträßchen durch eine beeindruckende Landschaft wieder Richtung Norden.
Von Bled aus ging es dann auf einer Naturstrasse direkt durch den Triglav Nationalpark. Aber die Schotterstrecke stellte für meine Gruppe keine Herausforderung dar. Gegen 18.30 h kamen wir wieder im Hotel an und es blieb noch genügend Zeit zum Frischmachen vor dem Abendessen.
Anschließend saßen wir noch bis spät am Abend auf der Hotel-Terrasse, redeten Benzin und ließen uns den leckeren slowenischen Rotwein und das gute slowenische Bier schmecken.
Eine Tagestour nach Kärnten durch das Drau-Tal zum Millstätter See, von hier über die Nockalm-Straße zur Turracher Höhe. Weiter über Predlitz und Gurk nach Grafenstein. Rückfahrt über den Seebergsattel und den Loiblpass nach Kranjska Gora stand für für heute auf dem Programm.
Über den Wurzenpass - natürlich wieder mit "freiem Fahren" verließen wir Slowenien und erreichten über die österreichische B83 schon bald Villach. Dann ging es auf der B94 am Ossiacher See, dem drittgrößten See in Kärnten, entlang bis nach Feldkirchen. Nun ging es Richtung Nord-West und hinter Himmelberg bogen wir links ab und folgten der schmalen und kurvigen L46 und später der B98 zum Millstätter See, dem zweitgrößten See Kärntens. Die L11 über Treffling glich eher einem Feldweg als einer Straße. Aber die schöne Landschaft oberhalb des Liesertals ließ uns über den schlechten Straßenbelag hinwegsehen.
In Gmünd überquerten wir dann die Lieser und konnten schon bald eine auf der Welt einmalige Kuriosität bewundern - die geteilte Kirche von Gmünd auch Kreuzbichlkirche genannt. Am Ortsausgang von Gmünd in Richtung Krems gelangt man unmittelbar von der B99 auf die alte Römerstraße - und die führt mitten durch die Kirche. Rechts von der Straße der Altarraum und links der Straße auf 2 Etagen verteilt die Plätze für die Kirchgänger. Über den Grund warum der Pfarrer von den Kirchgängern getrennt war, konnten wir nur mutmaßen - vielleicht hat er so stark transpiriert, dass der Weihrauch nichts mehr übertünschen konnte?
Nach einem etwas längeren Foto-Stop machten wir uns auf zu dem wohl fahrerischen Highlight des Tages - zur Nockalmstraße. Diese schlängelt sich über 35 km und über 52 Kehren durch den Nationalpark Nockberge.
Auch hier war wieder "freies Fahren" bis zum höchsten Punkt, der Eisentalhöhe auf 2.042m Höhe, angesagt. Eigentlich wollten wir hier eine Rast einlegen, aber das bis hierhin schöne Wetter mit Sonnenschein schlug um und nach der morgendlichen Wärme im Tal wehte hier oben ein recht frischer Wind.
Meine Gruppe wollte weiterfahren und auch die Strecke bis zur Turracher-Höhe konnte jeder wieder in seinem persönlichen Tempo nach Wunsch angehen. Am Ende der Nockalmstraße bei der Ebene Reichenau geht es links ab über die B95 zur Turracher Höhe. Die ehemals mit einer Steigung von bis zu 34% steilste Alpenstraße war zeitweise Teststrecke von Porsche und auch Audi stellte der Konzernführung 1978 den neu entwickelten Audi Quattro auf der Turracher Höhe vor. Heute erreicht die "neue" Passstraße "nur" noch einen Anstieg von 23% und da musste ich es einfach mal "krachen" lassen.
Direkt am Turracher-See sammelten wir uns wieder und legten beim Turracherhof eine Pause ein. Der Zeitpunkt war wieder gut gewählt. Kaum hatten wir das Lokal betreten, setzte heftiger Regen ein und die Pause geriet etwas länger. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit und der nun gelinde gesagt recht bescheidenen Witterungsverhältnisse verzichteten wir auf das eigentlich weiter vorgesehene Programm und machten uns über die Ebene Reichenau auf den Weg zum Hotel nach Kranjska Gora. Die B95 führte uns zunächst wieder nach Feldkirchen und weiter bis zum Wörthersee - den größten See Kärntens wollten wir schließlich nicht auslassen. An seiner Nordseite entlang gelangten wir nach Velden, das Wetter war inzwischen wieder besser geworden und die Uhr zeigte Kaffee-Zeit an.
Velden fanden wir schon etwas mondän und so mischten wir uns unter die Reichen und Schönen - oder die, die sich dafür hielten - setzten uns auf eine Terrase und schauten bei Kaffee und Eis eine Weile dem bunten Treiben zu.
So langsam wurde es Zeit für die Rückfahrt. Am Faaker See entlang und über den Wurzenpass erreichten wir wieder unser Hotel Lek in Kranjska Gora.
Tagestour über den Predil Pass, Sella Nevea, Sella Chianzutan, Passo die Pura zum Lago di Sauris. Über den Forc. Lavardet und den Forc. Di Lius zum Nassfeldpass. Rückfahrt zum Hotel über den Wurzenpass. So stand unser heutiges Programm im Prospekt von Reisen & Erleben.
Beizeiten ging es morgens los - zunächst wieder über den Vrsic-Pass durch den Triglav Nationalpark bis nach Bovec. Von dort folgten wir der 203 zum Predil-Pass. Kurz vor dem Pass geht es rechts ab zum Mangart. Leider war die Zufahrt gesperrt und mit der ganzen Gruppe wollten wir auch nicht testen, ob wir vielleicht doch durchkämen.
Von der Abbiegung zum Mangart aus die nächsten ca. 40 km über den Predil-Pass, den Sella Nevea und durch das Raccolanatal bis nach Chiusaforte war mal wieder "freies Fahren" angesagt. In Chiusaforte wollten wir uns wieder sammeln. Von der italienischen SS54 biegt die Zufahrt zum Sella Nevea direkt am Lago del Predil ab. Bei der Abbiegung überlegte ich noch kurz, ob alle aus meiner Gruppe das Straßenschild auch beachten würden. Aber ich fuhr weiter am See vorbei und schlängelte mich auf der schmalen Straße durch eine wunderschöne waldreiche Landschaft. Vor Chiusaforte hielt ich an und wartete auf meine Gruppe. Bald kamen die Ersten mit ihren Motorrädern um die Ecke, aber ein Teil der Truppe ließ auf sich warten. Unmittelbar hinter der Brücke über die Fella steuerten wir in Chiusaforte ein Café an und als der Rest meiner Gruppe immer noch auf sich warten ließ, machte ich mich auf den Weg um ihnen entgegen zu fahren. Die ganzen ca 30 km über den Sella Nevea bis zur Abbiegung am Lago del Predil gab ich meiner Gordita die Sporen. Spätestens hier war mir klar, dass sie wohl doch die Abbiegung verpasst hatten und der SS54 weiter gefolgt waren. Handys sind doch in bestimmten Momenten eine segensreiche Erfindung - nach einem kurzen Gespräch erfuhr ich, dass sie bereits bemerkt hatten, auf dem Holzweg zu sein und bereits kehrt gemacht hatten. Schon hörte ich die Motoren von ihren Motorrädern und gleich darauf bogen sie um die Ecke. Für meine Gordita und mich ging es erneut über den Sella Nevea und in Chiusaforte war die ganze Gruppe wieder vereint. Zunächst gönnten wir uns mal eine Pause und sammelten bei einem Kaffe neue Kräfte.
Nach dieser Stärkung kurvten wir durch das Tal der Fella bis Tolmezzo und von dort aus auf die Sella Chianzutan. Sobald die Sonne hinter den Wolken hervorkam, wurde es richtig warm und an der Bar / Ristorante da Gioia auf der Passhöhe der Sella Chianzutan machten wir wieder ein Pause um unseren Flüssigkeitshaushalt ins Lot zu bringen.
Gruppenbild mit Günter, Josef, Marlis, John, meine Wenigkeit, Alexander, Heike, Gerald, Monika und Andreas (v.l.n.r)
Wir wollten pünktlich zum Abendessen wieder im Hotel sein und leider reichte die verbleibende Zeit nicht mehr aus, um die ursprünglich vorgesehene Runde komplett zu absolvieren. Daher beschlossen wir zurück nach Tolmezzo zu fahren und von dort aus der Strecke zum Plöckenpass zu folgen. Ab Kötschach-Mauthen ging es wieder durch das Gail-Tal bis nach Jenig. Von hier aus in südlicher Richtung über den Nassfeldpass veranstalteten wir wieder "freies Fahren".
Von Pontebba aus führte uns die Strecke nur noch Richtung Osten. Über die SS13 legten wir ein zügiges Tempo an den Tag und erreichten pünktlich um 18.00 h unser Hotel Lek in Kranjska Gora. Somit blieb vor dem Abendessen noch genügend Zeit zu einem "Ankunftsbier" und zum "Frischmachen".
Aus dem Katalog von Reisen & Erleben:
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Dieser Tag steht zur freien Verfügung. Relaxen oder individuelle Touren sind heute angesagt
Motorradfahren ist doch relaxen! Also waren Wolfgang und ich uns schnell einig, einen Relax-Tag mit individueller Tour einzulegen.
Die slowenische Grenzkammstraße steckte mir schon länger in der Nase. Und wenn man schonmal hier unten ist.........
Jetzt ist es ja nicht so, dass wir als Tour-Guides uns an unserem freien Tag abschotten und unbedingt alleine fahren möchten. Aber obwohl wir bereits am Vorabend eine Möglichkeit zur Gestaltung des freien Tages auf der Tafel angekündigt hatten, machte niemand von diesem Angebot Gebrauch.
So machten Wolfgang und ich uns pünktlich um 9.00 h auf den Weg zur slowenischen Grenzkammstraße. Unmittelbar hinter dem Hotel befindet sich der Jasna See mit der Statue eines Gamsbocks. Ein Gamsbock mit Namen Zlatorog (zu deutsch: Goldhorn) ist die bekannteste Sagengestalt des Triglav Nationalparks. Um diesen Gamsbock mit den goldenen Hörnern rankt sich eine in diversen Varianten überlieferte Legende, bei denen stets Liebe und Verrat sowie Gier und Vernichtung thematisiert werden.
Nachdem wir dort das herrliche Panorama auf die Speicherkarte gebannt hatten, stürmten wir über den Vrsic-Pass. Unsere Kühe freuten sich über den ungebremsten Auslauf und wir beide - Wolfgang und ich - bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.
Wir folgten dann der Soca bis wir in Kobarid nach Livek abbogen. Dort fanden wir den Einstieg in die slowenische Grenzkammstraße und folgten dieser bis kurz hinter Ukanje. Eigentlich waren wir am Morgen aufgebrochen um auf der slowenischen Grenzkammstraße etwas Schotter unter die Räder zu nehmen. Leider war nur ein ganz kurzes Stück geschottert und auch das war in einem tadellosen Zustand - da hätte sogar eine Harley mit Starrahmen keine Probleme bekommen. Durch die Landschaft wurden wir aber mehr als entschädigt. Wie sich erst viel später herausstellte, waren wir wohl etwas zu früh nach Italien abgebogen und hätten bei Ukanje nur noch ein Stückchen weiter der Grenzkammstraße folgen müssen um mit einer längeren Schotterstrecke belohnt zu werden. Dann eben beim nächsten Mal....
Kurz hinter der italienischen Grenze legten wir eine kleine Pause ein, bevor wir auf kleinsten Sträßchen einen Bogen entlang der italienisch / slowenischen Grenze zurück nach Livek schlugen. Anschließend wollten wir dem Mangart einen Besuch abstatten und entlang der Soca ließen wir die Landschaft nur so an uns vorbeifliegen.
Schon bald hatten wir die Zufahrt von der Predil-Passstraße zum Mangart erreicht. Etwa 3 km hinter der Abzweigung mussten wir unseren Obolus für das Befahren der mautpflichtigen Straße entrichten - aber die 5 EUR haben sich mehr als gelohnt. Nach enger und kurviger Strecke mit Fahrten durch 5 unbeleuchtete Tunnel zirkelten wir unsere Motorräder um ein paar Felsbrocken herum. Dann trennte uns nur noch eine vereiste Stelle von dem Bogen zur Lahnscharte. Die Aussicht von hier war einfach überwältigend und atemberaubend - der absolute Hammer!
Über den Predil-Pass und Italien erreichten wir wieder unser Hotel Lek in Kranjska Gora. Nach dem Abendessen genossen wir den Abend auf der Terrasse im Hotel. Auch zu späterer Stunde hatten Wolfgang und ich noch das Grinsen im Gesicht, wobei wir auch heute nicht hundertprozentig sagen können, ob es von der phantastischen Tour oder von den Getränken her rührte. So macht relaxen Spaß!
Leider hieß es heute schon wieder Abschied nehmen von Slowenien. Die erste Etappe der Heimreise stand auf dem Programm und das Gepäck musste wieder im Fahrzeug verladen werden.
Über den uns mittlerweile bestens bekannten Wurzenpass, durch das Gailtal, über Gailbergsattel und Iselsbergpass fuhren wir zunächst in umgekehrter Richtung die gleiche Strecke zum Großglockner wie vor einer Woche bei der Anreise. Ab der Mautstation bei Heiligenblut war wieder freies Fahren auf der Großglockner-Hochalpenstraße angesagt - mit ausreichender Zeit um der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und der Edelweissspitze einen Besuch abzustatten.
Bei der Fahrt über die nördliche Rampe der Großglockner-Hochalpenstraße hinunter nach Ferleiten fuhr ich auf ein Gespann auf und sah zunächst nur die Rückleuchten des Anhängers. Bei der ersten Haarnadelkurve fiel mir buchstäblich die Kinnlade herunter. Mit einem Wahnsinnstempo fuhr das Gespann in die Kurve. Die Reifen quietschten und sowohl Auto als auch Anhänger standen kurz quer, hatten sich aber sofort wieder stabilisiert. Dieses faszinierende Schauspiel sah ich mir noch ein paar weitere Kurven lang an, bevor ich das Gespann überholte. Das Fahrzeug, irgendein Audi-Kombi in Tarnlackierung, war scheinbar unterwegs um ein Anhängerstabilisierungsprogramm zu testen. Soweit ich das beurteilen konnte, war der Fertigungsstand des Programms kurz vor der Serienreife - wirklich beeindruckend.
Hinter der nördlichen Mautstation in Ferleiten sammelte sich meine Gruppe wieder und weiter ging es auf unserem Weg nach Rohrdorf. Entlang Zell am See und über Saalfelden Am Steinernen Meer erreichten wir Sankt Johann in Tirol. Zeitlich legten wir auch wieder eine Punktlandung hin und kurz nach 18.00 h sattelten wir unsere Maschinen beim Hotel Zur Post in Rohrdorf ab.
Kaum zu glauben, dass wir erst vor 6 Tagen hier gesessen haben. Viel zu schnell ist die Woche vorbei gegangen und schon hieß es wieder Abschied nehmen.
Ich wollte am nächsten Tag direkt von Rohrdorf aus aufbrechen zu unserer alljährlichen "Haiming-Woche" mit Raften, Klettersteigen etc. Meine Gruppe hatte noch eine Überraschung für mich parat. Wir hatten auf unserer Tour keinen festen Backlight - fast jeder musste - oder besser gesagt durfte - mindestens 1 mal die gelbe Weste anziehen und am Ende unserer Gruppe fahrend nach dem Rechten schauen. Und eben diese "Gerd´s Original Backlight Wanderjacke" bekam ich zum Abschied von meiner Gruppe überreicht. Herzlichen Dank an meine grüne Gruppe - ihr wart einfach Klasse!
Auch für diese Tour als Tour-Guide für Reisen & Erleben wieder ein kurzes persönliches Fazit:
Nach einem stärkenden Frühstück war für mich endgültig der Zeitpunkt gekommen, mich von allen zu verabschieden.
An dem Sonntag wollte ich mich abends mit Alex(andra) in Haiming auf der Rafting-Alm treffen und die Haiming-Woche zunächst noch langsam angehen lassen. Der Rest der Truppe sollte erst am Mittwoch eintreffen.
An dem Wochenende waren die BMW-days in Garmisch-Partenkirchen und was lag näher, als einen kurzen Abstecher dorthin zu machen. Über Bad Tölz, und Lenggries erreichte ich schon bald Jachenau. Die Strecke am südlichen Ufer des Walchensees vorbei wartet mit einer Besonderheit auf: es ist eine der wenigen mautpflichtigen Straßen Deutschlands. Sie mündet in die B11 und von dort aus waren es nur noch ca. 20 km bis Garmisch-Partenkirchen. Hier schlenderte ich kurz über das Gelände der BMW-days. Es war sehr warm und ich beschloss, mir lieber noch etwas Wind um die Nase wehen zu lassen, als hier im eigenen Saft zu schmoren.
Ich schlug einen Bogen zum Namlostal. Die kurvige Strecke durch das Namlostal hat schon längst den Status als Insider-Strecke verloren und mittlerweile Kultstatus erlangt. In flotter Gangart schlängelte ich mich durch das Tal und kurz hinter Stanzach bog ich von der B198 auf die L266 - einem weitern Leckerbissen - ab. Über die L266, L72 und L246 geht es nämlich über das Hahntennjoch nach Imst. Wann immer ich mit dem Motorrad über Imst fahre - und das war in den letzten 12 Jahren mindestens 1 mal im Jahr - ziehe ich die Strecke über das Hahntennjoch dem in meinen Augen langweiligen Fernpass vor. Aufpassen sollte man aber in Imst, denn dort ist die Strecke zum Hahntennjoch mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung belegt - 30 kmh! Vollbepackt kippt man bei dem Tempo in den Kurzven fast um. Allerdings sollte man sich schon an die Regelung halten, da die österreichische Polizei fast jedes Wochenende hier ein Fotoshooting abhält.
Von Imst aus waren es nur noch ein paar Kilometer bis Haiming. Hier lud ich erst mein Motorrad ab und stärkte mich bei Margret in der Rafting-Alm mit einem leckeren Milchkaffe bevor ich Alex(andra) in Ötztal Bahnhof vom Zug abholte. Haiming 2013 konnte beginnen!